Essen und Religion

Gesund ernähren - das eigene Bauchgefühl ist der beste Ratgeber!

Immer häufiger werde ich von meinen Klienten, aber auch von anderen Menschen, angesprochen und nach bestimmten Diät- oder Ernährungsformen gefragt, von denen ich teilweise noch gar nichts gehört habe. Handelte es sich früher meist um die klassischen Reduktionsdiäten wie LowCarb oder fettarme Ernährung, wandelten sich die teils haarsträubenden Ideen der oft selbsternannten Ernährungs-Gurus hin zu Mode-Diäten. Und wie in der Modewelt eben auch, halten sich die Trends mal kürzer, mal länger.

Im Wesentlichen aber haben alle Ernährungs- und Diät-Hypes eines gemeinsam: es geht ums Reduzieren von Kalorien!

Natürlich! Worum denn sonst? 99% der Menschen, die sich mit Diäten beschäftigen, wollen endlich die lästigen, überschüssigen Pfunde loswerden. Den Wenigsten geht es um eine Sanierung Ihrer Darmflora, um den bewussten Verzicht auf bestimmte Lebensmittel aus Gründen des Wohlbefindens oder das Mindern von gesundheitlichen Risiken, von denen sie nicht einmal wissen, dass sie überhaupt existieren.

Doch sind die Menschen heute trotzdem viel besser informiert, allgemein gesundheitsbewusster und achten sehr viel mehr auf umweltverträgliche Lebensmittel, und insbesondere in Deutschland sind Bio & Co ganz stark angesagt.

Daher müssen Diäten auch immer spezieller und (zumindest vordergründig) ausgefeilter, noch besser klingend und modebewusster sein (zumindest auf dem Papier). Und so sprießen sie aus dem Boden wie die Pilze, die modernen Diäten und Ernährungsformen, wie z.B.:

  • Clean-Eating oder Paleo-Diät
  • Metabolic Balance oder Stoffwechsel-Diät
  • Hollywood- und South-Beach-Diät
  • Alkaline- oder LOGI-Diät
  • Atkins und LowCarb
  • Säure-Basen-Diät und Insulin-Trennkost
  • Gluten- und Laktosefreie Ernährung
  • Vegetarische und vegane Ernährung

Die Liste ließe sich schier unendlich fortführen... Vieles davon ist allerdings nur Altes in neuem Gewande. Dennoch funktionieren wir Menschen so, dass wir Neues interessant finden und ausprobieren müssen und es dem Altbekannten daher vorziehen.

Dass es erwiesenermaßen heutzutage neue, bislang nicht existente, Stoffwechselerkrankungen aufgrund nicht notwendiger und falsch praktizierter Ernährungsformen gibt, möchte ich an dieser Stelle gar nicht näher diskutieren.

Hierzu der Link auf einen sehr interessanten Beitrag aus der aktuellen Ausgabe des Magazins der Novitas BKK zum Thema (Trend-) Diäten und deren teils ungesunde Wirkungen.

Fakt ist: es leiden heute nicht mehr Menschen an Gluten-Unverträglichkeit oder Laktose-Intoleranz als noch vor zehn Jahren! Dass trotzdem viele Menschen glauben, sich gezielt von bestimmten Nahrunsgmitteln und Inhaltsstoffen fernhalten zu müssen, ist ein Phänomen der Neuzeit und unserer medialen Beeinflussungs-Maschinerie zu verdanken (die mit Unterstützung der Lebensmittel-Industrie wie geschmiert läuft). Einzige Ausnahme: tatsächliche Unverträglichkeiten, Allergien oder Erkrankungen, die eine spezielle Ernährung notwendig machen!

Ein weiterer Sonderfall sind diejenigen Menschen, die aus innerster Überzeugung, aus dem Glauben heraus oder aus Geschmacksgründen ganz oder teilweise auf tierische Produkte verzichten. Diesen zolle ich meinen Respekt für ihre Überzeugung und ihren Mut, sich den oft bodenlosen Anschuldigungen und Argumentationen zu stellen und ihrer Linie treu zu bleiben.

Aber hier sind wir schon beim heutigen Thema: dem Glauben!

Viel zu viele Menschen machen heute aus dem Essen und ihrer Ernährung eine Religion! Aber das muss und sollte nicht sein!

Tatsache ist, dass die moderne Ernährungs-Wissenschaft wenige der bekannten Trends bezüglich ihrer Wirksamkeit bestätigen oder widerlegen kann. Viele bislang als gesund und richtig angenommenen Sachverhalte haben sich mittlerweile als weniger sinnvoll, ja sogar gesundheitsschädigend, herausgestellt. Siehe hierzu die Kritik an den Ernährungsrichtlinien der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), erschienen in "Shape Up" 04/2017. Mit den aktuellen Vorgaben der DGE hätten unsere Vorfahren der Steinzeit keine Woche überlebt und heute haben wir uns damit - belegt durch Studien - Diabetes, Adipositas und weitere Zivilisationskrankheiten in bestimmten Bevölkerungsgruppen erst herangezüchtet.

Da jeder Mensch unterschiedlich verstoffwechselt, kann man keine allgemeingültigen Ernährungs-Richtlinien vorgeben. Beim einen sorgt bereits ein wenig Gemüse für einen Insulinausstoß, beim anderen kommt die Bauchspeicheldrüse erst nach reichlich Zucker oder Weißmehl in Gang. Dazu kommt, dass z.B. Kohelnhydrate nicht gleich Kohlenhydrate sind (was jedoch dem Großteil unserer Bevölkerung heutzutage noch immer nicht bekannt ist). Daher sind allgemeine Vorgaben unseriös und oftmals sogar kontraproduktiv, wenn es um gesunde Ernährung, Fettabbau oder den Umgang mit Stoffwechsel-Problemen geht. Zudem berücksichtigen die meisten der Neuzeit-Diäten, welche in den unzähligen Magazinen und Zeitschriften erscheinen, nicht indivuelle Mangelerscheiningen, Erkrankungen oder Allergien - es wird immer vom kerngesunden Menschen ausgegangen. Ein fataler Fehler!

Ein ebenso schwerwiegender Fehler ist es, die Herkunft der Menschen nicht zu berücksichtigen: es macht absolut keinen Sinn, einem Moslem Schweinefleisch im Ernährungsplan zu verordnen. ebensowenig macht es Sinn, dem Asiaten den verzicht auf Reisprodukte nahezulegen. Und was würden Sie als klassischer Mitteleuropäer sagen, wenn Ihnen jemand sagt, Sie müssten ab sofort auf Milchprodukte und Brot verzichten? Geschweige denn, Sie versuchen einen Vegetarier von magerem Rindfleisch zu überzeugen (was übrigens auch zu Problemen bei der Arbeit mit Menschen indischer Herkunft führen wird).

Sie sehen also: Ernährung ist keinesfalls pauschal für alle Menschen gleichermaßen zu gestalten sondern immer individuell zu analysieren und maßgeschneidert aufzusetzen!

Was uns das Bauchgefühl sagt

Aus meiner Berufspraxis weiß ich, dass jeder Mensch anders verdaut, andere Vorlieben hinsichtlich Nahrungsmitteln und Mahlzeit hat und überdies jeder einen anderen Tagesablauf, andere Ziele und Vorstellungen vom Leben hat. Daher gehe ich bei jedem Klienten ganz unvorbelastet, unvoreingenommen und individuell an die Thematik heran. Sicherlich gibt es gewisse Eckpfeiler einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sowie des Mahlzeiten-Timings, der Nährstoffverteilung und bestimmter Lebensmittel-Kombinationen. Dennoch muss die Ernährung immer den Wünschen und Zielen des Einzelnen angepasst werden.

Nach der Erstellung eines initialen Ernährungs-Plans sowie individuellen Ernährungs-Richtlinien folgt dann erst einmal eine Phase des Trial-and-Error-Prinzips! Wir müssen auf unser Baugefühl hören!

Der Mensch muss in sich hineinhorchen, in sich hineinfühlen und erkennen, was ihm gut tut und was nicht. Erst wenn man selbst merkt, was man gut verträgt, wovon man vielleicht weniger zu sich nehmen sollte und wie die Ernährung aussehen muss, damit der Bedarf an Makro- und Mikro-Nährstoffen ausreichend gedeckt ist, erst dann kann das Feintunig beginnen. Aber bei allem Probieren und Studieren sollte man darauf achten, achtsam zu sein! Das heißt, dass man auch auf seine Seele und seinen Geist hören soll!

Es geht bei bedarfsgerechter und gesunder Ernährung nicht darum, zwingend und kategorisch auf Dinge zu verzichten, die man bislang konsumiert hat. Die Pizza und der Burger sind auch in einer gesunden Ernährungsform immer wieder in Ordnung, allerdings mit der gebotenen Achtsamkeit, mit Maß und vor allem: mit bewußtem Genuß!

Wie bei allem, schlägt übertriebener Ehrgeiz allzu oft in Fanatismus um. Und genauso, wie manche Menschen ihre eigene Religion als die einzig Richtige ansehen und keinen weiteren "Propheten" zulassen, sind auch viele Menschen in ihrer Ernährungsweise gefangen und werden gegenüber allen anderen Meinungen, Ideen und Ratschlägen blind.

Dabei kann gesunde und achtsame Ernährung so einfach sein! In vielen anderen Kulturkreisen wird beispielsweise nur im Kreise der Familie gegessen und jede Mahlzeit wird richtiggehend zelebriert. Vor allem in südlichen Ländern ist Essen mehr soziales Ereignis denn schlichte und zweckorientierte Nahrungsaufnahme. Interessanterweise sind die Menschen in diesen Breitengraden sowohl entspannter als oftmals auch deutlich gesünder, die Lebenserwartung liegt höher als beispielsweise in Deutschland und die Zivilisationskrankheiten wie Metabolisches Syndrom, Koronare Herzkrankheit und andere stressbedingte Erkrankungen treten deutlich seltener auf. Und selbst in Frankreich, wo die Menschen durchschnittlich deutlich schlechtere physiologische Werte als die Deutschen haben, liegt die Lebenserwartung dennoch höher als bei uns.

Hören Sie also mehr auf Ihr Bauchgefühl und machen Sie aus dem Essen keine Religion! Was für Ihren Nachbarn gut ist, muss nicht zwangsläufig auch für Sie passen! Selbst wenn er versucht, sie mit allen Mitteln zu bekehren und von seinem Glauben zu überzeugen - nur Sie selbst können schlussendlich erkennen, was für Sie am besten ist! Und: genießen Sie Ihr Essen!

Wenn Sie hierbei Unterstützung benötigen, bin ich sehr gerne für Sie da! Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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