Handyverbot

Unsere heutige Zeit ist ohne Handy nicht mehr vorstellbar. Sowohl die Generationen unserer Enkel als auch jene unserer Großeltern sind mittlerweile Großteils mit dem mobilen Handsprechgerät an der Hüfte unterwegs.

Ich werde nun nicht anfangen, mich über die immer weiter ausufernde Nutzung der Smartphones und Tablets zu beklagen. Dennoch ist es erschreckend, wieviel Zeit wir tagtäglich damit verbringen, auf ein rechteckiges Display zu starren, dabei unseren Nacken malträtieren und uns abkapseln, in der Angst, irgendetwas verpassen zu können.

Abgesehen von den Gefahren, denen wir uns selbst und andere aussetzen, wenn das Ganze noch während dem Autofahren, dem Laufen auf der Straße oder anderswo passiert, wo wir uns eigentlich auf etwas anderes konzentrieren sollten, als auf den Handy-Bildschirm. Nämlich auf das, was außerhalb des Handy-Rahmens geschieht und was „Echtes Leben“ heißt.

Und wie die mobile Kommunikation in alle Bereiche unseres Lebens hineinreicht, so macht sie auch vor dem Sport nicht Halt. Und genau darum geht es heute:

Wenn wir auf unser Handy starren, bündeln wir all unsere Konzentration darauf (auch wenn wir selbst vielleicht der Meinung sind, dass wir nebenher alles andere trotzdem im Griff hätten). Und was die Folgen sind, sehen wir jeden Tag aufs Neue in den Studios.

Jeder kennt einen (oder mehrere) der folgenden Charaktere:

  • den Studiogänger, der ständig aufs Handy schaut. Ob er nun gerade in seiner Fitness-App seine Trainings-Ergebnisse einträgt, seine Playlist des MP3-Players aktualisiert, oder nur zum x-ten Mal an diesem Tag die Neuigkeiten auf Facebook liest, wissen wir nicht
  • den Dauer-Telefonierer, der seine Gespräche lautstark auf der Trainingsfläche führen muss und damit allen anderen tierisch auf den Geist geht
  • den Laufband-Fetischisten, der selbst nach 30 Minuten nie über zügiges Gehen (wenn überhaupt) hinauskommt, weil er bereits telefonierend das Laufband besteigt
  • den Lance Armstrong-Verschnitt, der trotz Schreibens von Chat-Nachrichten wie ein Geisteskranker in die Pedale tritt und daher regelmäßig den Schweiß vom Handy-Display wischen muss

Den Wenigsten ist dabei bewusst, welche Folgen Ihr Handy-Verhalten auf Ihr Training hat.

Erwiesen ist: das ständige Starren aufs Handy beeinflusst unser Training negativ!

  • Die 60-Sekunden Pause zwischen zwei Sätzen wird zu 5 Minuten
  • Das 60-Minuten Training verlängert sich auf zwei Stunden
  • Die Nerv-Muskel-Verbindung degeneriert zu einer Nerv-Handy-Verbindung, wenn nach jedem Satz der automatische Griff zum Handy erfolgt

Die Lösung: Bewusstes Trainieren

Unter der Nerv-Muskel-Verbindung ist nicht die reine metabolische Verbindung sowie die chemischen Reaktionen zu verstehen, die sich während eines Trainings zwischen Zentralem Nervensystem und Skelettmuskulatur im Körper abspielen.

Es ist vielmehr eine Art der Meditation:

  • Statt bloßem Gewichte heben und senken ist es die bewusste Visualisierung der Muskelbewegung während jeder Wiederholung
  • Statt unkontrolliert zu atmen ist es die bewusste Ein- und Ausatmung
  • Statt sich von anderen Leuten oder sonstigen Dingen ablenken zu lassen, ist es der Fokus auf die eigene Bewegung (ggf. verstärkt durch die eigene, motivierende Musik aus den Kopfhörern)
  • Statt bloßem Pause-Machen und Abwarten bis zum nächsten Satz ist es die bewusste Wahrnehmung des Blutflusses in der Arbeitsmuskulatur und die Konzentration auf den nächsten Satz (Visualisierung)

Während dieser Art der Meditation befindet man sich in einem Bereich zwischen dem allerersten und dem allerletzten Satz des Trainings. Nichts und niemand stört einen oder lenkt einen ab. Und selbst wenn man einmal abgelenkt sein sollte, wird einem dies direkt bewusst und man fokussiert sich sofort wieder auf sich selbst und das Training.

Fokus bedeutet: Kein Small-Talk, kein zielloses im Studio Umherlaufen, kein ständiges Handy-Checken.

3 Simple Tricks, um beim Training abzuschalten

Früher waren es nur die Kollegen im Studio, die einen mit Small-Talk vom Training abgehalten haben. Dies ist heute nicht mehr unbedingt so: über unser Handy und die verschiedenen sozialen Medien lassen wir uns heutzutage gleich von Hunderten (meist sogar fremden) Menschen vom Training abhalten und merken es oftmals gar nicht! Stichwort: Facebook und andere soziale Medien.

Um während des Trainings im Studio die notwendige Ruhe und Fokussierung sicherzustellen, sollten Sie versuchen, die folgenden Punkte umzusetzen. Genauso, wie Sie auf eine Nachricht nicht antworten können, während Sie Auto fahren, können sie mit einer Antwort auch bis nach dem Training warten.

  1. Lassen Sie das Handy am besten gleich zuhause oder im Spind! Nutzen Sie stattdessen einen reinen MP3-Player (die Dinger kosten heutzutage fast nichts mehr). Bonus: Sie werden nicht nur im Training nicht abgelenkt, Sie werden sich auch wundern, dass keine einzige der Nachrichten, die Sie während des Trainings verpasst haben, wirklich kriegsentscheidend war.
  2. Schalten Sie den Flugmodus ein! Wenn Sie Ihr Handy unbedingt am Mann haben müssen, um Musik zu hören, werden Sie wenigstens nicht durch Anrufe oder Nachrichten abgelenkt.
  3. Wenn 1.) und 2.) für Sie überhaupt nicht infrage kommen (vielleicht, weil Sie so furchtbar wichtig sind!), schalten Sie wenigstens das Telefon auf lautlos für Anrufe und Textnachrichten. Bonus für alle anderen Studio-Besucher: sie müssen sich nicht Ihre Nachrichtentöne und Klingeltöne anhören.

Es ist vielleicht nicht einfach, die oben genannten Punkte in der Praxis umzusetzen, aber wenn Sie nur einen Teil in Ihr tägliches (Studio-)Verhalten übernehmen können, sind Sie bereits auf dem richtigen Weg!

Und das Beste: die genannten Hinweise treffen auf alle anderen Bereiche des Lebens genauso zu! Probieren Sie es aus und sie werden sehen, wie die Konzentration aufs Wesentliche steigt!

Wenn Sie Schwierigkeiten bei der Umsetzung haben oder fehlende Motivation und Fokussierung Sie daran hindern, helfe ich Ihnen gerne.

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