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Kaum hat das Neue Jahr begonnen, geht der alljährliche Wahnsinn wieder von vorne los: die Fitness-Studios platzen vor lauter guten Vorsätzen aus allen Nähten, die Supplement-Stores verkaufen, dass sich die Balken biegen und die Fitness-Magazine haben den Abonnenten-Peak des Jahres erreicht.

Und darum geht es heute: Fitness-Magazine und warum ich sie nicht mag!

Diese Magazine sollten eigentlich wertvolle und interessante Informationen liefern, sollten den Menschen, die sie lesen, helfen, etwas für ihre Gesundheit zu tun, ihren Traumkörper zu bekommen oder einfach nur ihre spezifischen Fitness-Ziele zu erreichen.

Aber 99% der gängigen Magazine sind das Geld nicht wert, das sie kosten. Und daher mag ich sie nicht. Warum, werden Sie sich fragen? Darum:

Fitness-Magazine sind reine Unterhaltung und beinhalten meist nur Halb-Wahrheiten zu Fitness- und Ernährungs-Themen sowie Tipps und Tricks, die auf den Breiten- oder Freizeitsportler sicherlich nicht zutreffen werden.

Vieles in der Fitness-Industrie ist Schrott, frei heraus gesagt! Angefangen von immer neuen Trainingsmaschinen und –Programmen (zu 99% Altes in Neuem Gewande), über unsinnige und völlig überteuerte Nahrungsergänzungsmittel bis hin zur Verlogenheit, wenn es um das Thema Doping geht. Denn natürlich wird nie erwähnt, was die gut gebauten Jungs und Mädels (ja, auch in der Frauenwelt sind die Steroide heutzutage Usus) sich alles spritzen und anderweitig einverleiben, um so auszusehen. Und die Fitness-Magazine setzen dem Ganzen die Krone auf. Hier geht es nur um Abonnenten und damit verbundenen Profit und nicht um seriöse und wissenschaftlich fundierte Information.

Um nur ein paar der Klassiker der Fitness-Magazin-Dauerbrenner anzusprechen:

  • Sie müssen alle drei Stunden essen? Sicher nicht!
  • Sie müssen sich ab sofort ausschließlich „clean“ ernähren? Wozu denn das?
  • Das Power-Workout XY macht Sie in vier Wochen entweder zum Bizeps-King der Welt oder aber zum Weightlifting-Profi? Träumen Sie weiter!
  • Befolgen Sie das „Arnold-Schwarzenegger-Power-Brust-Workout“ und in 8 Wochen sprengen Sie jedes Ihrer Hemden? Möglich, aber doch eher unwahrscheinlich!

Am wahrscheinlichsten bei all den tollen Tipps und Programmen der Fitness-Magazine ist, dass Sie frustriert aufgeben, bevor Sie irgendwelche Resultate erzielen werden. Oder aber schlimmer noch, dass das Training der bis zum Anschlag mit Steroiden vollgepumpten, sogenannten „Profi“-Bodybuilder Ihren Sehnen und Bändern den Rest gibt und Sie das Neue Jahr beim Orthopäden und in der Physiotherapie-Praxis verbringen.

Wenn Sie die Ernährungs-Tipps der Magazine beherzigen, sind Sie entweder aufgrund zahlloser Supplemente bald um hunderte Euro ärmer, jedoch Ihrem Ziel kein Stück näher. Oder aber Sie kasteien sich selbst durch den (unnötigen) Verzicht auf alles, was schmeckt und Spaß macht und schütten täglich ein Arsenal an angeblich „essentiellen“ und „unverzichtbaren“ Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln in sich hinein.

Am Schlimmsten und Verwerflichsten finde ich jedoch die bereits angesprochene Art und Weise, das im Bodybuilding leider immer salonfähigere Thema Doping einfach so unter den Teppich zu kehren.

Gerade die Haupt-Zielgruppe der Fitness-Magazine, die 14- bis 30-Jährigen, ist für die abgedruckten Geschichten ihrer „Idole“ sehr empfänglich und eifert, meist aus mangelndem Wissen und fehlender Erfahrung, den dargestellten Erfolgen nach. Koste es was es wolle. Mit keinem Wort wird weder erwähnt, dass die Vorbilder gegen alle Regeln der World Anti Doping Agency (WADA) sowie deren regionalen Ablegern (NADA) verstoßen, noch wird auf die immensen Gefahren des Steroid-Missbrauchs hingewiesen. So verwundert es nicht, dass ein Großteil der jungen Studio-Besucher ganz gleich agiert und bereits im Teenie-Alter die Grundlagen für schwerste Gesundheitsschäden legt. Dagegen ist das stupide Verfolgen der hoch-intensiven Profi-Trainingspläne von Arnold, Ronnie, Phil & Co und deren Risiken für das ungeübte (und nicht gedopte) aktive und passive Bewegungssystem von Freizeitportlern (sowie für die Psyche, aufgrund von Übertrainings-Symptomen) geradezu Peanuts.

Neben all diesen Dingen finden Sie in den Magazinen außerdem Tonnen von Werbung für die neuesten Supplemente sowie Trainingsgeräte der Fitness-Industrie. Jedes einzelne Supplement verspricht Ihnen, bei Einnahme innerhalb von nur wenigen Wochen Superman zu werden (an der Sache mit dem Fliegen wird derzeit übrigens noch gearbeitet…).

Grundsätzlich ist nichts gegen Werbung einzuwenden. Aber wenn 90% der Zeitschrift aus Werbung, 7% aus Schrott und gerade mal 3% aus grundsätzlich wertvoller Information bestehen, läuft doch irgendetwas schief.

Wenn Sie mir nicht glauben, probieren Sie es doch einfach mal selber aus, oder fragen Sie einen Ihrer Studio-Kollegen oder Freunde, der eins dieser Magazine abonniert hat, wie lange die Freude (und damit das Abonnement) angehalten hat. Und dann ist die Frage: ist dieser Kollege kurz nach Erwerb der ersten Exemplare zum Hulk mutiert und hat die Magazine deshalb nicht mehr nötig?

Sicher haben Sie auch den ein oder anderen Bekannten, der tatsächlich eine beachtliche Physis aufweist, aber diese hat er sich garantiert nicht mit einer der Wunder-Diäten oder einem Trainingsplan aus einem der Magazine erarbeitet. Diese Jungs haben ihre Form mit harter Arbeit erreicht, mit Disziplin und der richtigen Mischung aus Training, Ernährung und Erholung!

Und sollte Ihnen der, bisher ohnehin schon gut durchtrainierte, Athlet aus Ihrem Studio erzählen, dass er plötzlich aussieht wie ein Wrestler, weil er „seine Ernährung umgestellt“ hat, oder einen neuen „Trainingsplan“ hat, dann fragen Sie ihn doch mal nach den Details dazu. Offenbar hat dieser Mensch die Wunder-Haferflocken gefunden, nach deren Verzehr man wie von selbst Muskeln ansetzt. Oder aber er hat den Heiligen Gral des Trainingsplans entdeckt und straft nun alle sportwissenschaftliche Erkenntnisse sowie die gesamte Evolution Lügen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass auch hier wieder die Gier nach schnellen Ergebnissen und das fehlende Bewusstsein über die Folgen des Drogen-Missbrauchs am Werke sind.

Ich denke, Sie wissen, worauf ich hinaus will. Es spricht nichts dagegen, sich ab und an eines dieser Magazine zu kaufen und darin herumzustöbern. Ich tue das gelegentlich auch. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die darin angepriesenen Supplemente und Diäten keinen langfristigen Erfolg garantieren und zudem meist auf Leistungssportler ausgerichtet (bzw. von diesen übernommen) sind. Darüber hinaus sollte man nicht unüberlegt, und vor allem nicht ohne vorherige ärztliche Freigabe, einfach die dort abgedruckten Trainingspläne nachmachen. Die Gefahr der Überlastung und daraus resultierender Schäden ist extrem hoch!

Aber machen Sie sich ruhig Ihr eigenes Bild und investieren Sie ein paar Euro für die neueste Ausgabe. Und wenn Sie ein paar Monate kein neues Heft mehr kaufen: keine Sorge, Sie verpassen garantiert nichts! Die immer und immer gleichen Themen wiederholen sich stets wieder aufs Neue. Schneller sogar, als die üblichen Fashion-Tipps oder die neuesten Ideen zur Gartengestaltung in anderen, einschlägigen Magazinen. Denn diese sind in der Regel zumindest Jahreszeiten-abhängig.

Denken Sie immer daran: wir kochen alle nur mit Wasser!

Wenn es um Erfolge im Sport und in der Fitness geht, gelten immer und ewig die gleichen Grundsätze:

  • Der Sieg wird in der Küche und im Bett errungen, d.h. bedarfsgerechte Ernährung und ausreichend Regeneration sind für 70% der Resultate verantwortlich
  • Das Training selbst macht nur etwa 30% des Gesamterfolgs aus
  • Dopingfreie Supplemente bewirken im Leistungssport max. 10% Leistungssteigerung. Im Freizeitsport liegt der Anteil bei deutlich unter 5%
  • Disziplin und Kontinuität sichern langfristige und gesunde Erfolge

Auch Sie können Ihr volles Potential ausschöpfen, ohne viel Geld für Fitness-Magazine auszugeben und auf das Wunder-Workout zu hoffen, oder Unsummen für sinnlose Supplemente auszugeben.

Bitte bleiben Sie sauber und gesund!


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